Magazin – Presse

Redaktioneller Beitrag (Rathausconsult, Ausgabe 4/2018) – Neue Wege in der Kommunalfinanzierung

Und die Antwort auf die Frage, wieso elektronische Plattformen den Kommunalkreditmarkt erobern (werden).

Als Apple 1976 den ersten PC für den Hausgebrauch auf den Markt brachte war nicht absehbar, mit welcher Geschwindigkeit und welch gewaltiger Durchschlagskraft das Zeitalter der Informationstechnologie über die Menschheit hereinbrechen würde. Vom Bezahlverfahren bis zum vernetzten Kühlschrank oder autonomen Fahren – Digitalisierung ist omnipräsent und unaufhaltbar. Die mediale Aufbereitung dieser Entwicklung und die Positionierung von FinTechs als junge und agile Alternative zu Banken haben den traditionellen Kreditinstituten in der jüngsten Vergangenheit Innovationsdefizite aufgezeigt. Inzwischen finden FinTechs und das etablierte Kreditgewerbe jedoch zunehmend zueinander und Beteiligungen von Kreditinstituten an Startups mit Fokus auf Financial Technologies sind keine Seltenheit mehr.

Auch die Sparkassen-Finanzgruppe hat den allgemeinen Trend der Digitalisierung schon vor Langem aktiv aufgenommen: Privatkunden wissen den Mehrwert von Online-Banking und der elektronischen Abwicklung von Handelsgeschäften seit vielen Jahren zu schätzen, die Idee einer digitalen Vermittlung von Kommunalkrediten über online Plattformen hielt jedoch vergleichsweise spät Einzug in die Kämmereien und die Fachbereiche der Kreditinstitute – und das, obwohl innovatives Umdenken in kommunalen Finanzverwaltungen schon vor einiger Zeit begonnen hat: bei professionell agierenden Gebietskörperschaften gehören Softwarelösungen zur Verwaltung der oft millionenschweren Kreditportfolios heute zur Standardausstattung.

Von der Trendwende zum Marktstandard?

Während die unbekannte Dritte „Plattform“ zu Beginn noch kritisch und aus der nötigen Distanz beobachtet wurde, zeichnet sich seit einiger Zeit eine Trendwende ab. Die so genannten First Mover, also Unternehmen, die allen voran neue Ideen vermarkten, hatten es hierbei nicht einfach, denn das Verständnis und die Akzeptanz für den digitalen Wandel im Kommunalkreditgeschäft mussten erst noch geschaffen werden. Ganz im Sinne einer raschen Fortentwicklung digitaler Themen zählt der Markt für Ausschreibungsplattformen in Deutschland nunmehr zwei gute Handvoll Anbieter. Hierbei unterscheidet sich das Angebot zwar in Art und Umfang, die Idee bleibt jedoch bei allen Teilnehmern nahezu identisch: analoge Kreditvergabe- und Abwicklungsprozesse effizient über digitale Medien darstellen.

Auch die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen stellte sich die Frage, wie sich die Digitalisierung im Kommunalen Kreditgeschäft bestmöglich gestalten lässt. Um Antworten zu erhalten, sondierte eine Projektgruppe nicht nur den bestehenden Anbietermarkt, sondern suchte auch aktiv das Gespräch mit kommunalen Vertretern und Mitgliedern der S-Finanzgruppe: Die S-Finanzgruppe ist in der Kommunalfinanzierung der wichtigste Partner der Gemeinden und Gemeindeverbände. Von einem ausstehenden Kreditvolumen in Höhe von 152,3 Mrd. EUR (Juli 2018, Quelle: Deutsche Bundesbank) finanzieren die Sparkassen und Landesbanken insgesamt 70,6 Mrd. EUR. Um dieser besonderen Verpflichtung gerecht zu werden, fand ab Januar 2018 die Entwicklung von komuno, einer webbasierten und sicheren Lösung mit der Infrastruktur eines digitalen Marktplatzes statt.

Hinter komuno stehen strategische Partner der Kommunen

Hinter Komuno stehen die Helaba durch Ihre Beteiligungsgesellschaft Helaba Digital GmbH & Co. KG sowie die Lucht Probst Associates GmbH (LPA). LPA ist ein international tätiges Beratungsunternehmen, das seit vielen Jahren gemeinsam mit dem Deutschen Sparkassenverlag das kommunale Schuldenmanagement-System „S-Kompass“ entwickelt und welches den Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V. über viele Jahre bei der Umsetzung der Kommunalen Verschuldungsdiagnose unterstützt und so langjährige Erfahrung im Bereich der Kommunalfinanzierung gesammelt hat.

Im Fokus stand die Idee, eine ausschließlich auf das Kommunalkreditgeschäft ausgerichtete Plattform zu entwickeln, welche die Belange der öffentlichen Hand und der Kreditgeber gleichermaßen berücksichtigt – Kommunen, Sparkassen, Landesbanken sowie Kommunal- und Sparkassenverbände wurden daher von vorneherein aktiv in die Überlegungen einbezogen. Als Mehrheitsgesellschafter mit 51% der Anteile an der Komuno GmbH brachten die Vertreter der Helaba außerdem langjährige Kommunalerfahrung und ein hohes Maß an Fachwissen mit. Die Nähe zu den Sparkassen ist darüber hinaus unter anderem durch den partnerschaftlichen Verbund gegeben.

Seit dem 3. September 2018 ist komuno live und kann von Finanzverantwortlichen aus Städten, Gemeinden und Landkreisen sowie Mitarbeitern der Sparkassen- Finanzgruppe aktiv für die Platzierung von Ausschreibungen sowie die Abgabe verbindlicher Angebote verwendet werden. Die Helaba ist neben der Rolle als Gesellschafter auch in der Rolle eines teilnehmenden Kreditgebers auf der Plattform aktiv und nutzt diese als weiteres Medium zur Bearbeitung kommunaler Kreditausschreibungen. Während die Anmeldung und Nutzung von komuno kostenfrei ist, entrichtet die Bank im Falle eines erfolgreichen Abschlusses eine vorab quantifizierte Transaktionsgebühr an die komuno GmbH.

Zur Einhaltung kommunalrechtlicher Vorgaben wird eine Öffnung von komuno für weitere Anbieter außerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe zum Anfang des kommenden Jahres geprüft. Obwohl der genaue Zeitpunkt hierfür noch unklar ist, wird die Platzierung von Angeboten über komuno bereits heute von verschiedensten wichtigen Marktteilnehmern auch außerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe nachgefragt.

Bedarf auf kommunaler Seite wird Wachstum fördern

Gespräche mit Verantwortlichen zeigen, dass Kämmerer wie Finanzierungsspezialisten auf der Suche nach einer verlässlichen Lösung sind, die sowohl Daten-, als auch Revisionssicherheit garantiert und die den etablierten Kreditvergabeprozess nicht ändert, sondern lediglich auf ein neues, effizienteres Medium transportiert. Der persönliche Kontakt zwischen Kommunen und Banken sollte hierbei nicht verloren gehen – diese Voraussetzungen hat die Komuno GmbH im Rahmen der Softwareentwicklung berücksichtigt und in den vergangenen neun Monaten eine Applikation geschaffen, die kommunale Standards mit innovativen Ideen vereint.

Komuno zu nutzen heißt auch, den Ausschreibungsprozess revisionssicher, schnell und nachvollziehbar zu gestalten. Ein Vier-Augen-Prinzip, Systembenachrichtigungen per E-Mail, eine vollautomatische Abschlussdokumentation und selbstverständlich eine Schnittstelle zu S-Kompass, dem Schuldenmanagement-System der Sparkassen-Finanzgruppe, stellen hierbei nur einen Ausschnitt des Mehrwerts für die Kämmereien dar. Kreditinstitute erhalten außerdem übersichtlich aufbereitete Kennzahlen sowie haushaltsrechtliche Dokumentation und zudem ab dem kommenden Jahr die Möglichkeit, einzelne Prozessschritte ohne manuellen Aufwand in Ihr Kernbanksystem zu übertragen.

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ – verewigte schon Franz Kafka. Ein Schulterblick auf die bisherigen Entwicklungen und Errungenschaften neuer und digitaler Medien lässt nur erahnen, wann der endgültige Zeitpunkt für den digitalen Wandel in der Kommunalfinanzierung gekommen ist. Fest steht jedoch, dass es sich mit einem starken Partner an der Seite auf bekannten wie auf neuen Wegen sicherer läuft. komuno: das ist kommunal, digital, überregional.

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